Spanner

by sianapoetry

Nachdem er sich einen weiteren Kaffee runtergedrückt hatte und mit seiner Wurstsemmel unter den Arm geklemmt zum Fenster schritt, feierlich, denn so schien es ihm passend, stellte er Tasse und Semmel aufs Fensterbrett und griff zum Fernglas. Er drückte es sich an die Augen und sah in den zum greifen herangezoomten Himmel. Es kreisten einige Schwalbe um die Sonne, die hinter einer dichten Milchglas-Wolkenschicht Zuflucht gefunden hatte, und ein Flugzeug knatterte mit einem Werbebanner über den Dächern. Langsam, damit ihm nicht schwindelig wurde, schwenkte er auf den großen Betonblock vor ihm, Wohnhaus 34. Zwölf Stockwerke. Zwei Balkone und sieben Fenster pro Stockwerk. Bei einigen waren die Vorhänge vorgezogen, was er für die Uhrzeit nicht passend befand, andere standen weit offen und Mittagsessendampf strömte heraus. Hineinsehen konnte man in keines, er würde es nach der Arbeit noch einmal versuchen. Wenn es draußen dunkel und in den Wohnungen elektrisch hell würde er schon seine Spaßbedürfnis befriedigt finden. Er nahm einen Schluck aus der Tasse und ließ den braunen, schon fast kalt gewordenen Kaffee seine Zähne umspülen. Er warf noch einen Blick durch das Fernglas auf die grau braun grüne Fassade des gegenüberliegenden Hauses. Die Kunststoffverkleidungen der Balkone starrten vor Dreck. Nachdem er sich mit einem Bissen die Hälfte der Wurstsemmel in den Mund gesteckt hatte und diese mühevoll gekaut hatte, steckte er sich eine Zigarette an. Das Feuerzeug widersetzte sich zuerst seinem Willen doch dann gab es sich doch mit seiner Berufung zu frieden und ließ eine minimalistisch kleine Flamme aufleuchten.

„Scheißdingverdammtes“, grummelte er in seinen Bart. Worauf ihm einfiel dass er sich rasieren wollte.

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