Marseillaise

by sianapoetry

Der morgendliche Frühlingsnebel kroch aus dem Hafen in die Innenstadt. Hauchdünn legte er sich um die Kirchtürme und Buntglasfenster und zog so tief, dass sogar die Straßen rutschig wurden.
Bernat ging durch die Straßen auf die noch geschlossenen Stände des Markplatzes zu, den Kopf voll mit den Erinnerungen an alkoholische Unmengen und Frauen ohne Oberteile. Der Wind wehte kalt durch seine Kleider und er zog den Mantel enger um seine schmalen Schultern.
Obwohl es schon April war, war es immer noch kalt, besonders am Morgen. Und wenn man des Nächtens durch die Alleen ging, oder stolperte, je nach Höhe des Alkoholspiegels, konnte man auch die Kirsch- und Kastanienbluten in ihren Eiskleidern auf den Bäumen stehen sehen.
Er schlug seinen Weg nach rechts ein und wanderte zum Ursprung des Nebels, dem Hafen. AM Himmel folgten ihm die Möwen und die Sonne stahl sich fahl und blass in sein Blickfeld

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