Sïana Poetry

Kein Gesetz verbietet Phantasie

Category: Poetry

Als ich jung war

Das Universum rauscht an den Fenstern vorbei. In der Dunkelheit sehe ich deine Augen nicht, sehe nicht, wie sie mich durchdringen, verschlingen.
mich von dir stoßen
und mich wieder ein deine warmen Arme werden.
ich spüre nur deine Hände.
Deinen rauen Atmen, der mir die Luft raubt. So das ich nur still liegen und genießen kann. Deine Brust pulsiert an meinen Lungen und alles was ich fühle ist Freiheit im Gefängnis deiner dumpfen Herzschläge.
Deine Finger spielen mit meinen Haaren und ich schreie, schreie mit aller Kraft mit all meiner Liebe und meiner sinnlos, unbegründeten Wut
JEZT KÜSS MICH DOCH!
schreie leise..
so leise, dass nur ich es höre.
Schrei in meinen Gedanken und .. belasse es dabei. 
Bruce Willis brüllt aus den Fernsehlautsprechern in meine Gedanken, reißt mich aus meinen Wunschträumen.
Ich schaue dich an.
Du schaust mich an
ich greife nach deiner Hand und verschlinge meine Fingern in deinen. Ich lächle weil du nicht aufhörst mich anzuschauen
starre zurück
starre dir direkt in die Augen. Starre ins Nichts, ins heilige Nirvana. Starre auf deine Lippen und brülle, brülle mit aller Kraft, mit all meiner Liebe und meiner sinnlos, unbegründeten Wut
JETZT KÜSS MICH DOCH
brülle leise..
so leise, dass nur ich es höre
Brülle in meinen Gedanken und .. belasse es dabei
Du hast eindeutig zu viel getrunken und stehst, über ein Blumenbeet gebeugt, da, um deinen Mageninhalt zu verspritzen. Ich halte deine wunderschönen dunklen Haare und starre die Blumen an, die in einem Meer aus orange und rot ertrinken. 
Du drehst dich zu mir um, wischt dich in deinen Ärmel und lachst mich an als ob nichts wäre.
Du streichst meine Haare beiseite und fängst mich ein mit deinen ewig freien Augen. Nimmst mein Gesicht in deine Hände und küsst mich. Küsst mich lange und feucht und warm und ich schmecke Magensäure und Zigaretten und denke mir…

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Schmuck und Asche

Schmuck und Asche
bist du taub?
Schmuck und Asche,
Erde, Staub.

Die Natur,
sie gibt und nimmt.
Es ist die Natur,
die immer gewinnt.

Warme Sonne
kaltes Eis.
Feuchte Küsse,
nasser Schweiß.

Schmuck und Asche,
bist du blind?
Es ist die Natur,
die alles nimmt.

Ekstase

Im Raum ist es heiß und stickig. Er ist gefüllt mit Leidenschaft – beinahe kann man sie greifen. Im Klang der Musik fliegen sie davon. Mama Merkur. Seine Hände greifen in ihre Nacken, die Finger verfangen sich in den dichten Locken, deren Duft bei jeder Umdrehung aufgewirbelt wird. wie im Fieber tanzen sie, um sie herum ist nichts. Der Wein hat sie trunken gemacht. Sie lachen und ihre überhitzten Körper kommen einander immer näher. Sie spüren die Wärme des anderen. Immer wilder und wilder wird ihr Tanz, immer schneller drehen sie sich. Der Alkohol lässt sie schwindeln. Im dumpfen Schein der Fakeln küsst er ihren Hals, packt die bei den Hüften und hebt sie auf den Tisch. Ihre Schenkel schließen sich um seinen Körper. Sein Atmen ist heiß und dringt durch ihr haar, ihr duftendes Haar.
Sie schmeckt nach Freiheit und Versuchung.
Vor allen anderen geben sie sich einander hin, deren Rufe in der Musik und dem Alkohol untergehen

Vergessen

Ich habe vergessen wie es ist,

Wie Luft schmeckt,

Wie regen riecht.

Habe vergessen wie es ist, seine Finger in dunkles klares, Wasser zu tauchen.

Vergessen wie man lacht.

Vergessen wie es sich anfühlt, wenn die Muskeln sich dehnen,

Wenn man läuft,

Durch nasses Gras,

Durch grüne Wälder.

Ich habe vergessen wie es ist zu weinen,

Aus Freude.

Wie es ist, wenn man glücklich ist.

Habe vergessen, wie es außerhalb dieser weißen Wände ist.

Hinter den Gitterstäben

Dort wo die Welt anfängt,

Hinter den Spiegeln,

In denen man sich selbst nicht wieder erkennt.

Wie ist es, zu lachen?

Wie ist es, Freudentränen auf der Wange zu spüren?

Wie ist es, zu berühren?

Wie ist es, zu lieben?

©

Tribut

Ach Schatz, du bist so alt geworden. Dein einst so schöner Körper hängt in Fetzten. aufgeschwemmt wie abgemagert. Ausgezerrt  siehst du aus. Der Erfolg nagt an dir. Dein einst so schönes Gesicht hängt und deine einst Tod bringenden Augen starren jetzt nur noch durch verweste Hornhaut. Einst ein Sexidol, doch Heute nur noch mitleidig anzusehen. Das einst Furcht einflößende Lächeln stirbt und wird als kümmerlicher Abklatsch des toten Meisterwerks wiedergeboren. Als fleischgewordener Todesengel uns geschenkt stirbst du. Was hat die Zukunft dir mehr gebracht als Kummer und Einsamkeit? Keine Liebe, keine Freunde. dein Reichtum verwest. Mit gelben Rosen bedeckten Hauptes schreitest du durch die Dunkelheit zu auf gleißende Armut. Niemals warst du reich an Glückt. Du gehst und wir mit dir. Wir weinen deine Tränen und sterben deinen Tod.     

Vermissen

Seit tagen kann ich nicht schlafen

Weil mir dein gesicht nicht mehr aus dem kopf geht

Ich kann nicht weinen

Obwohl ich dich so vermisse

Nicht lachen

Obwohl du mich so glücklich machst

Ich kann nicht aufhören an dich zu denken

Obwohl ich weiß dass ich mich selbst zerstöre

Kleine stücke eines herzens sterben ab

Langsam

Schmerzhaft

Qualvoll

Ich fühle nichts.

Keine schmerzen

Keine freude

Keine trauer

Nur  durchgehende einsamkeit

Ich brauch dich

Ich will dich

Doch was bin ich für dich?

Ein schatten von leben in deinem universum.

Nihilismus

ein Hoch auf den Nihilismus

ohne den die ganze Verachtung die unsere Jugend hegt

nicht annährend so lustig wäre.

ein Hoch auf den Nihilismus

ohne den die vollständige Ablehnung unsrer Jugend

keinen Sinn ergeben würde.

Ein Hoch auf den Nihilismus

der uns gelehrt hat

die Festung der Moral zum zittern zu bringen

 

Danke Nihilismus,

dass du mir mein Leben mit deiner Philosophie versüßt.

Danke Nihilismus,

dass du mein Streben nach Freiheit und Gleichheit unterstützt.

Danke Nihilismus,

dass du jegliche Sinnigkeit ablehnst!

 

Heil dir, Nihilismus,

ich wünschte, du würdest mehr Anerkennung finden!

Hei dir, Nihilismus,

ich wünschte, unsere Gesellschaft würde dich so vergöttern, wie ich es tue    

Fight Club Biologie

Ich bin Jimmys Leber.

Ich bin das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers.

Ich wünschte Jimmy würde aufhören so viel zu trinken..

 

Ich bin Jimmys Dickdarm.

Ich bin der letzte Teil des Verdauungstraktes.

Ich hab schon Dinge gesehen, von denen ihr nicht einmal in euren schlimmsten Albträumen erfahrt..

 

Ich bin Jimmys Niere.

Ich bin ein paarig angelegtes Organ der Wirbeltiere.

Ich bilde Harn, bilanziere den Wasserhaushalt und diene der Blutdruckregelung.

Ich sterbe an Fehlbildungen, zystischen Erkrankungen und Gefäßveränderungen.

 

Ich bin Jimmys Lunge.

Ich bin ein paariges Körperorgan im Brustkorb.

Ich diene ausschließlich der Atmung.

Ich bete, dass Jimmy aufhört zu rauchen.

 

Ich bin Jimmys Muskeln.

Ich bin ein kontraktiles Organ.

Ich bewege durch Abfolge von Kontraktion und Erschlaffen innere und äußere Strukturen des Organismus.

Ich glaube ich bin das einzig intakte Organ dieses Körpers.

 

Ich bin Jimmys Haut.

Ich bin das größte, schwerste und funktionellste Organ.

Ich diene der Kommunikation, Wahrung der Homöostase und dem Schutz vor Umwelteinflüssen.

Ich wünschte ich könnte die Zunge der kleinen Blonden vom letzten Wochenende noch mal spüren. 
©

Immer wieder sowieso allein

Heute hab ich wieder an dich gedacht. Hab mir wieder und wieder überlegt, wie es wäre wieder in deinen Armen zu liegen. Immer wieder, wie es wäre, wieder neben dir einzuschlafen. Hab immer wieder darüber nachgedacht, ob du wohl gerade wieder an mich denkst, mich immer wieder gefragt, warum ich dann aber wieder keinen Schluckauf bekomme. Hab immer wieder auf mein Handy geschaut und immer wieder einen leeren schwarzen Bildschirm gesehen, hab immer wieder aufs Neue über mich selbst gelacht und immer wieder nach einem Schwall Lachen zu weinen begonnen.

Hab mir immer wieder gedacht, eigentlich sind wir doch sowieso allein.

 

Ja, Heute bin ich immer wieder durch mein Zimmer gelaufen und hab immer wieder die Fotoalben aufgeschlagen. Hab immer wieder deine Nummer im Telefonbuch gesucht und immer wieder gewählt und immer wieder aufgelegt. Hab immer wieder dein Lieblingslied gehört und immer wieder in meinen Erinnerungen gekramt. Hab immer wieder aufs Neue nichts Neues gefunden und hab immer wieder von vorne begonnen meine Tagebucheinträge zu lesen.

Hab mir immer wieder gedacht, eigentlich sind wir doch sowieso allein.

 

Und nachts kann ich wieder und wieder nicht einschlafen, kann nur immer wieder an dich denken, mich immer wieder fragen, was du heute gemacht, gedacht, wo du gelacht und wann du geweint hast. Kann nur immer wieder wunsch-träumen, dass du vielleicht auch immer wieder an mich gedacht hast und immer wieder über die vergangenen Momenten schmunzeln musstest. Kann nur immer wieder von dir träumen und mich immer wieder sehnen, nach dir und deinem immer wiederkehrenden Lächeln. Nur immer wieder jeden Morgen aufwachen und immer wieder aufs Neue anfangen an dich denken, von dir leben, atmen, und immer wieder deinetwegen vermissen.

Kann nur immer wieder denken, eigentlich sind wir doch sowieso allein.

©

Anarchie

Wenn es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt,

als unser Verstand zu entdecken glaubt,

so lasst uns sterben,

für das Wissen, das wir zu wissen glauben wollen.

 

Der Sinn des Lebens Frisst das Sein,

Das uns zu Menschen machen soll.

Wo ist das Sterben,

Das die Wurzel des Götterglaubens frisst, mit der wir aufgewachsen, sterben hätten sollen?

 

Es ist gemacht aus Hoffnung, die ich nicht greifen kann,

Das leere Versprechen Leben.

Zerfetzen wir die Haut,

Die uns unter der Gesellschaft mit ihrer Moral, ihrer erlogenen Tugend, gewachsen ist!